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Periorale Dermatitis: Symptome, Ursachen und Behandlung

Periorale Dermatitis ist eine unangenehme, entzündliche Hauterkrankung. Wie erkennt man die typischen Symptome, was sind die häufigsten Auslöser und welche Pflegeroutine hilft, die Haut zu beruhigen?

Was ist periorale Dermatitis?

Periorale Dermatitis ist eine chronische Hautentzündung, die meist um den Mund herum auftritt. Sie betrifft am häufigsten Frauen zwischen 20 und 50 Jahren (kann aber auch bei Kindern vorkommen). Wichtig zu wissen: Sie ist weder ansteckend noch erblich. Sie kann zu jeder Jahreszeit auftreten, wird aber besonders in den Wintermonaten häufig beobachtet. Die Schübe können Wochen bis Monate andauern, und da periorale Dermatitis oft wiederkehrt, kann sie nach einer Besserung erneut auftreten. Daher ist es entscheidend, die Auslöser zu finden und diese nach und nach zu beseitigen.

Symptome der perioralen Dermatitis

Periorale Dermatitis tritt am häufigsten um den Mund herum auf – am Kinn oder in den Mundwinkeln. Manchmal kann sie sich auch auf Nase, Augen, Wangen, Stirn oder Augenlider ausbreiten. Die Symptome können jedoch individuell sehr unterschiedlich sein: Manche bemerken nur wenige kleine Pickel, während andere ausgeprägtere Hautausschläge entwickeln und die Rötung einen größeren Bereich des Gesichts betrifft.

Typische Symptome:

  • Kleine, rosa bis rote Pickel (Papeln), oft in Gruppen,
  • manchmal auch kleine Bläschen oder Pusteln (weißliche Bläschen mit rotem, entzündetem Rand),
  • Rötung und Trockenheit mit Schuppenbildung im betroffenen Bereich,
  • unangenehme Empfindungen wie Brennen, Stechen oder Ziehen der Haut,
  • der Bereich kann berührungsempfindlich sein, selten juckt er.

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Was sind die häufigsten Ursachen für periorale Dermatitis? 

Die genaue Ursache der perioralen Dermatitis ist nicht vollständig geklärt. Oft ist es nicht ein einzelner Faktor, sondern eine Kombination mehrerer Einflüsse, die die Haut allmählich reizen und ihr Gleichgewicht stören. Daher kann jeder Mensch einen etwas anderen Auslöser haben – und manchmal wirken auch mehrere gleichzeitig. Die häufigsten Faktoren sind:

Kortikoide: Die langfristige oder unsachgemäße Anwendung von kortikoidhaltigen Salben und Cremes kann mit der Entstehung einer perioralen Dermatitis in Zusammenhang stehen. Nasale oder inhalative Kortikosteroide können das Problem unter Umständen verschlimmern, wenn sie mit der Haut in Kontakt kommen.

Ungeeignete Kosmetika: Der Zustand kann durch übermäßige Pflege verschlimmert werden, insbesondere durch reichhaltige, ölige Feuchtigkeitscremes, bestimmte Sonnenschutzmittel oder Produkte, die die Haut reizen und die Hautbarriere schädigen. Bei empfindlicher Haut können auch bestimmte Inhaltsstoffe problematisch sein – beispielsweise ist das häufig erwähnte SLS (Natriumlaurylsulfat) in verschiedenen Kosmetikprodukten enthalten.

Zahnpasta und Mundpflege: Bei manchen Menschen kann eine Entzündung mit fluorhaltiger Zahnpasta (die oft Schaumbildner wie SLS enthält) in Zusammenhang stehen. Auch andere Gewohnheiten und Produkte im Mund, wie Kaugummi, bestimmte Mundspülungen und sogar Zahnfüllungen, gelten als mögliche Auslöser.

Pilzüberwucherung: Periorale Dermatitis kann auch mit einer Pilzüberwucherung einhergehen, beispielsweise durch eine unausgewogene Ernährung oder übermäßigen Zuckerkonsum.

Hormonelle Veränderungen: Entzündungen können auch bei hormonellen Schwankungen auftreten oder sich verschlimmern, etwa vor der Menstruation, während der Schwangerschaft oder bei der Anwendung hormoneller Verhütungsmittel.

Stress: Ein häufiger Auslöser für entzündliche Hauterkrankungen.

Ernährung und Umwelt: Die Zusammensetzung Ihrer Ernährung kann sich ebenfalls auf Ihre Hautgesundheit auswirken, insbesondere wenn sie fettreiche Lebensmittel, übermäßigen Zuckerkonsum oder Alkohol enthält. Auch die Umwelt kann eine Rolle spielen – kalte, trockene Luft, Klimaanlagen, Staub oder UV-Strahlung können empfindliche Haut reizen und ihre Regeneration beeinträchtigen.

Wie läuft die Behandlung ab und wann sollte man einen Dermatologen aufsuchen?

Wenn Sie einen Ausschlag um den Mund haben, der anhält, nicht auf übliche kosmetische Pflege anspricht, sich verschlimmert oder mit starkem Brennen und Unbehagen einhergeht, ist ein Termin beim Dermatologen ratsam. Eine professionelle Untersuchung ist wichtig, um Verwechslungen mit Rosacea, Akne oder anderen Dermatitisformen auszuschließen und eine sanfte Behandlung einzuleiten.

Es gibt keine Universallösung – die Behandlung ist individuell und Veränderungen sollten schrittweise vorgenommen werden. Produkte enthalten oft hautberuhigende und heilende Inhaltsstoffe wie Zink, Azelainsäure, Schwefel (z. B. Schwefelseife) oder Jaris-Lösung. Auch einfache Kompressen können helfen – zum Beispiel abgekühlter, starker schwarzer Tee (15 Minuten auf die betroffenen Stellen auftragen, bei Bedarf mehrmals täglich) oder ein Blaubeersud. Aloe-vera-Gel ist ebenfalls ein hervorragendes Mittel, um Reizungen zu lindern und Juckreiz zu stillen.

Zur Regeneration der Hautbarriere empfehlen wir leichte Bio-Öle, die die Haut nicht unnötig belasten – zum Beispiel Jojoba-, Argan– oder Hagebuttenöl sowie Teebaumöl, das dank seiner desinfizierenden, antiseptischen und antimykotischen Wirkung eine hervorragende Lösung darstellt.

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Eine Hautpflege-Routine, die die Haut beruhigt

Bei perioraler Dermatitis gilt eine einfache Regel: Je weniger Hautpflegeprodukte Sie verwenden, desto schneller heilt die Haut ab. Eine sanfte, minimalistische Pflege, die die Hautbarriere nicht schwächt, ist daher unerlässlich. Waschen Sie Ihr Gesicht mit warmem (lauwarmem) Wasser, vermeiden Sie Rubbeln und trocknen Sie Ihre Haut nach dem Waschen nur sanft mit einem Handtuch ab.

Grundsätze einer vorbeugenden Pflege-Routine:

  • Putzen nicht ausdrücken – dies reizt die Haut nur zusätzlich und verlängert die Heilung.
  • Vermeiden Sie Peelings und parfümierte Produkte – verwenden Sie nach der Abheilung eine milde Seife oder ein mildes Reinigungsprodukt.
  • Pflegen Sie Ihre Haut mit Feuchtigkeit – leichte Feuchtigkeitspflege lindert Entzündungen, Brennen und Schuppenbildung und fördert die Hautheilung. Vermeiden Sie jedoch reichhaltige und fettige Cremes, da diese den Zustand verschlimmern können.
  • Reduzieren Sie Make-up und dekorative Kosmetik – falls Sie solche Produkte verwenden, entfernen Sie diese sofort nach dem Nachhausekommen.
  • Achten Sie auf die Inhaltsstoffe Ihrer Produkte – verzichten Sie auf Produkte mit SLS und wählen Sie für die Umstellung Ihrer Pflegeroutine einfache, nicht komedogene Produkte ohne Allergene und Reizstoffe.
  • Erwägen Sie die Verwendung einer fluoridfreien Zahnpasta – insbesondere, wenn der Ausschlag immer wiederkehrt oder sich um den Mund herum festsetzt.
  • Schützen Sie Ihre Haut vor Wind und Sonne – direkte Sonneneinstrahlung, Hitze und Wind können den Zustand verschlimmern. 
  • Unterstützen Sie Ihre Haut von innen heraus – reduzieren Sie Alkohol, raffinierten Zucker und fettreiche Speisen und achten Sie darauf, ob Sie sehr scharfe Speisen vertragen. Vergessen Sie auch nicht Stress.

Woran erkennen Sie, dass Ihre Haut heilt? 

Die Besserung ist in der Regel schrittweise. Die Anzahl der Pickel nimmt ab, Trockenheit und Schuppenbildung lassen nach, und die Haut ist weniger berührungsempfindlich. Gleichzeitig ist es gut zu wissen, dass es manchmal zu einer kurzen Verschlechterung kommen kann, bevor sich der Zustand bessert. Wenn Sie jedoch feststellen, dass die Reizung nachlässt und die Symptome seltener und weniger stark auftreten, ist dies ein Zeichen dafür, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.

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